Interview mit Dominik A. Hahn zum Social Media Personalmarketing der Allianz

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Dominik A. Hahn im Interview zur Strategie beim Social Media Personalmarketing der Allianz

In Ihrem Gastbeitrag der ersten Ausgabe der HR-szene (am vergangenen Dienstag hier auch auch dem PM Blog veröffentlicht) beschreiben Sie, dass „Trial & Error“-Strategien im Web 2.0 heute noch verziehen werden. Nach dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ haben Sie Allianz-Kai ins Leben gerufen, nicht als Fanpage, sondern als Person. War die Entscheidung für Allianz Kai und gegen eine Fanpage rückblickend sinnvoll? Macht es mittelfristig Sinn Kai mit seinen 298 Fans weiterzuführen?

Aus unserer Sicht war die Entscheidung für ein „Kai-Profil“ auf Facebook absolut sinnvoll. Unsere Personalmarketing-Kampagne www.spannende-jobs.de – mit Kai als Moderator des Videoportals und Identifikationsfigur – war damals gerade gestartet. Aufgabe der Profile von Kai auf Twitter, Facebook, e-fellows.net und YouTube war die Kampagne zu unterstützen. Und das ist uns gelungen. Zudem bietet das Profil potenziellen Bewerbern die Chance, uns eine Direct Message zu schreiben.

Mit der späteren Einführung der Allianz Karriere Fanpage trugen wir u.a. der Tatsache Rechnung, dass die Hemmschwelle Fan zu werden deutlich niedriger ist, als einen Unternehmensvertreter als Freund hinzuzufügen. Bei letzterem gibt es teilweise Bedenken hinsichtlich der Einsicht in die eigene Privatsphäre. Wobei eines klar ist und wir hiermit noch mal betonen möchten: Die Allianz betreibt kein Background-Checking in sozialen Netzwerken. Wir gehen davon aus, dass die Bewerbungsunterlagen, die wir erhalten, ein Bild zeichnen, anhand dessen wir zu einer Entscheidung gelangen können – ganz ohne „Zusatzinformationen“ aus Social Networks.

Wie für eine Kampagne üblich, wird www.spannende-jobs.de irgendwann auslaufen – spätestens dann stellt sich Ihre Frage. Wir sehen hier zwei Möglichkeiten: Entweder wir bleiben bei Kai und erweitern eventuell dessen Universum (vielleicht bekommt Kai eine Frau?!) oder wir schwenken bei Facebook, Twitter und YouTube komplett auf „Allianz Karriere“ um. Derzeit diskutieren wir intern, welche Richtung wir in den kommenden Monaten einschlagen möchten.

Kai, Fanpage, Youtube-Channel, Twitter und Co. – blicken die Bewerber durch diesen „Dschungel“ überhaupt noch durch?

Wir haben nicht den Eindruck, dass Bewerber durch die verschiedenen Social-Media-Maßnahmen den Überblick verlieren. Warum auch? Egal wo uns ein potenzieller Bewerber im Netz findet, er gelangt entweder direkt oder anhand weniger Klicks zu dem Angebot, das seinen Bedürfnissen entspricht, schließlich sind alle Allianz Präsenzen miteinander vernetzt.

Bis vor kurzem gab es keine zentrale Anlaufstelle im Netz, welche die Social Media Auftritte von Arbeitgebern aggregiert hat. Mit dem neuen Employer Branding Portal Karriereweg gibt es nun den ersten zentralen Knotenpunkt, der arbeitgeberrelevante Präsenzen im Social Web bündelt. Welche Bedeutung sprechen Sie derartigen Portalen in Zukunft zu?

Das wird sich zeigen. Wir stellen nach wie vor fest, dass nur wenige Interessenten unsere Social-Media-Kanäle als erste Anlaufstelle nutzen, um sich über die Allianz als Arbeitgeber zu informieren. Nach wie vor ist die Unternehmenswebseite der klassische Startpunkt. Sollte sich dies mittel- bzw. langfristig verschieben, könnten derartige Plattformen ein guter Ausgangspunkt sein, die Info-Suche zu beginnen. Das setzt allerdings voraus, dass solche Portale eine große Bekanntheit unter den Bewerbern erlangen – oder Google bzw. andere Suchmaschinen den Portalen eine hohe Relevanz einräumen. Denn Suchmaschinen machen einen großen Anteil am Traffic auf Karriere-Plattformen aus.

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