Recruiting im Social Web – Stellenanzeige kopieren und ab(warten)?

Häufig werden wir in unseren Gesprächen mit Personalern und Marketeers aus den Unternehmen oder von Medienvertretern gefragt, ob Recruiting über Stellenanzeigen im Social Web schon funktioniert. Ja, was soll ich da zum jetzigen Zeitpunkt anworten? Die Blase weiter aufpusten oder gleich die Luft vollkommen rauslassen? Beides eher nicht!. Doch ich will mich nicht vor Antworten zu der Frage drücken. und versuche mich heute dem Thema mal zu nähern.

Wenn ich mir manche Jobpostings so anschaue, müsste ich wohl eher sagen, eher noch nicht. Doch ich bin ein positiv denkender Mensch und sehe hier eher die Chancen als die bisher häufig schlecht umgesetzten Beispiele. Ich sage daher JA, doch mit der klaren Einschränkung, nur wenn ich es als Unternehmen richtig mache.Doch was ist richtig? Content und Context müssen vor allem zusammenpassen. Den Aspekt Context ist King hatte vor ein paar Tagen Jürgen Sorg, übrigens auch Referent auf der diesjährigen SMPC Exklusiv, von der Techniker Krankenkasse in seinem spannenden Beitrag auf dem Personalblogger aufgegriffen. Lesenswert!

Unter diesen Gesichtspunkten habe ich mir einmal in den letzten Tagen ein paar beispielhafte Stellenanzeigen “wahllos” von Unternehmen auf Ihren Twitter oder Facebook Karrierepages herausgegriffen. Machen Sie sich selbst ein Bild.

Twitter Jobaccounts

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Ist Twitter für das Recruiting geeignet? Ja, wenn ich es als Unternehmen schaffe für meine Bewerberzielgruppen eine “Follower-Community” aufzubauen und meine Jobs einen Mehrwert für meine Leser bieten. Mit adidas Group Jobs gelingt es für eine weltweit “kultige Arbeitgebermarke” einzelnen Zielgruppen über neue Joboptionen egal ob im Design, Product Management oder Controlling kurz und bündig vorzustellen. Für viele ist es halt ein tolles Gefühl für die Kultmarke adidas zu arbeiten. Den IT’ler ziehen sie so wahrscheinlich nicht vom Bürostuhl weg.

DB Karriere hat sich mit über 10.000 Followern auch die Basis für eine funktionierende “Job-Community” aufgebaut. Da können neben Karriereinfos auch reine Jobpostings im Rahmen der laufenden Employer Branding Kampagne platziert werden.

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Doch ob dies auch ThyssenKrupp Career mit ihrem Twitter Jobaccount und derzeit 1.074 Follwern auch gelingt, bezweifle ich doch sehr stark. Sollte jemand andere (positive) Erfahrungen mit derartigen Job Accounts und Postings gemacht haben, immer her damit. Ich lasse mich gerne von guten Ansätzen überzeugen Auf dem Recrutainment Blog gibt es übrigens eine sehr gute Übersicht zu den Twitter Career Accounts der Arbeitgeber.

 

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Facebook Karrierefanpages

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Hier ist die Auswahl der Jobpostings noch vielfältiger. Viel wird über die Erfolgschancen von Job Apps auf der eigenen Facebook Karrierefanpage spekuliert. Festzuhalten bleibt, dass ohne Vermarktung der Job App sich nur ein kleiner Bruchteil der Besucher dorthin verirrt. Dies ist noch leider die traurige Praxis vieler Pages. Daher gilt es für die Unternehmen, die Jobs in Postings auf der  eigenen Chronik besser zu vermarkten. Und was davon gefällt Ihnen? Der Hot Job auf ProSieben Sat 1 Karriere zeigt noch Vermarketungspotenzial nach oben. Die Bilder sollten doch individuell und ansprechend sein, um auch wirklich besser aufzufallen.

 

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Axel Springer Karriere nutzt die individuellen Ansprachen um die Zielgruppen zu erreichen. Was denken Sie? Funktioniert es?image

Die Bildsprache von Krones überzeugt mich häufig, doch bei den Jobpostings finde ich es einfach nur langweilig. Nur den Link zur Stellenanzeige reicht nicht auch, auch wenn Krones durch ihre Fancommunity schon immer eine gewisse Aufmerksamkeit erreicht.

 

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BMW Karriere zeigt mit ihren Jobpostings immer wieder auf, wie man als Arbeitgeber verschiedene Zielgruppen viral erreichen kann. Als “Marktführer” bei der Fananzahl fällt es BMW leichter, doch trotzdem ist die Ansprache, wie auch in diesem hier aufgeführten Beispiel für junge Ausbildungsabsolventen für den Bereich Instandhaltung und Anlagenführung, gelungen.

 

 

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Sehr entscheidend für den Erfolg finde ich die persönliche Ansprache “In eigener Sache” bei der Suche nach Mitarbeitern und Praktikanten. Dies macht doch die Kontaktaufnahme für den Interessenten gleich leichter, wie in dem Fall beim Employer Branding Team von Continental Karriere.

 Jobartikel auf Blogs

Unser Highlight und unsere Empfehlung bieten auch weiterhin die persönliche und sehr transparente Vorstellung der Jobs auf dem eigenen Unternehmens- und Karriereblog oder wie im sehr erfolgreichen Fall von ROBINSON auf einem Fachblog, wie dem unserigen. Der Erfolg der Reichweite und viralen Verbreitung samt der direkt auf den Artikel auf dem Personalmarketing Blog bezogenen Bewerbungen hat alle Beteiligten überzeugt. Über einen Blog erreichen Sie die Zielgruppen direkter und können ganz gezielt Hintergrundinformationen zum Job ergänzen und somit den Job nachhaltig vermarkten. 

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Und was planen Sie in Zukunft für Recruiting Aktionen und Kampagnen im Social Web? Lassen Sie es uns hier wissen oder kommen Sie gerne bei Nachfragen auf mich zu.

Comments
3 Responses to “Recruiting im Social Web – Stellenanzeige kopieren und ab(warten)?”
  1. Darrel Garza sagt:

    Eine spannende Entwicklung gerade für die Buying Center von Unternehmen und Organisationen, die nach gebündelten, verlässlichen und lösungsorientierten Web-Inhalten suchen. Die eigene Website der Unternehmen allein gibt in der Regel nicht ausreichend Informationen her. Und doch steht ein wahres Füllhorn an Datenmaterial bereit, für die eigenen Zwecke genutzt zu werden: Das social web bietet eine schier unendliche Breite und Tiefe an Informationen.

  2. Lutz Altmann sagt:

    Auf jeden Fall! Kleine und mittelständische Unternehmen erhöhen sogar ihre Chancen deutlich.

  3. Ein sehr interessanter Beitrag. Aber eine Sache ist mir doch aufgefallen. Die Beispiele, die hier aufgeführt werden, sind alle von großen, weltweit operierenden Unternehmen. Aber was ist mit den mittelständischen Unternehmen in Deutschland? Mit Hilfe einer positiven Arbeitgebermarke können auch solche Unternehmen im Internet und beim Recruiting bestehen.

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